Konzern-Lagebericht

zum 31. Dezember 2018

 

 

 

Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.

1. Grundlagen des Konzerns

 

Milliarden von Menschen vertrauen in ihrem privaten, digitalen und geschäftlichen Alltag auf die Technologien von Giesecke+Devrient (G+D). Überall auf der Welt steigt der Bedarf an einfach zu nutzenden physischen und digitalen Lösungen, die das Zusammenleben sicherer machen. G+D hat sein Portfolio genau darauf ausgerichtet. Alle Unternehmensteile tragen in vier Kernbereichen dazu bei, Menschen, Unternehmen und Organisationen zu schützen und zu unterstützen:

 

Bezahlen

G+D ist weltweit führend im physischen und digitalen Bezahlverkehr. Das Unternehmen sichert bare, elektronische und mobile Bezahlvorgänge mit seinen Technologien und Services ab und stützt so das Vertrauen der Menschen in die Verlässlichkeit von Bezahlvorgängen.

 

Konnektivität

Eine jederzeit digital verbundene Welt stellt die Konnektivität von mobilen Anwendungen vor große Herausforderungen. G+D liefert Schlüsseltechnologien für Konnektivität – etwa im Internet der Dinge – und sorgt dafür, dass Verbindungen schnell, jederzeit verfügbar und vor allem sicher sind.

 

Identitäten

In einer modernen Gesellschaft benötigen die Identitäten von Bürgern, Anwendern und Dingen besonderen Schutz. G+D sichert und verwaltet diese entlang des gesamten Lebenszyklus – beispielsweise von Ausweisdokumenten oder Führerscheinen. Gleiches gilt für digitale Identitäten im Internet oder für Maschinen.

 

Digitale Sicherheit

Die zunehmende Komplexität der digitalen Welt erfordert innovative Wege bei IT- und Datensicherheit, die G+D für seine Kunden im behördlichen sowie industriellen Umfeld anbietet. G+D-Lösungen für digitale Sicherheit sind maßgeschneidert für höchste Ansprüche.

 

Diese vier Tätigkeitsfelder bilden, über die organisatorischen Grenzen der Unternehmensbereiche hinweg, das gesamte Portfolio von Giesecke+Devrient ab. Das Unternehmen operiert in einer Holdingstruktur, in der die Unternehmensbereiche G+D Currency Technology, G+D Mobile Security, Veridos und secunet als rechtlich selbstständige Teilkonzerne agieren. G+D beschäftigt 11.389 Mitarbeiter in 32 Ländern.

 

G+D Currency Technology bietet Zentral- und Geschäftsbanken, Banknotendruckereien, Sicherheitspapierherstellern, Werttransportunternehmen und Kasinos auf der ganzen Welt Produkte und Lösungen für sicheres Bezahlen an. Dazu gehören Banknotenpapier, Banknoten, Sicherheitsfeatures, Banknotenbearbeitungsmaschinen und komplette Cash-Center-Lösungen. G+D gehört somit zu den international führenden Unternehmen in der Währungsindustrie.

 

Banken, Mobilfunkunternehmen, Automobilhersteller und weitere Unternehmen vertrauen in die Branchenlösungen von G+D Mobile Security. Diese sichern Daten, Identitäten sowie eine Vielzahl von digitalen Transaktionen ab. Das Angebot umfasst unter anderem Lösungen wie eSIM-Management oder Secure HCE und Cloud Payment. Auch Daten- und Projektmanagement gehören zum Portfolio, ebenso wie SIM-, Bank-, ID- und Gesundheitskarten sowie Token.

 

Veridos ist ein Joint Venture von G+D und der Bundesdruckerei. Seinen Kunden bietet Veridos sichere und zukunftsweisende Lösungen rund um Identifikation und Identität. Das Produktspektrum umfasst traditionell gedruckte Dokumente ebenso wie elektronische Ausweise, z. B. den E-Pass oder die elektronische ID-Karte. Hochsichere Reisedokumente, Ausweissysteme und Gesundheitskarten ermöglichen neben der herkömmlichen Identifizierung auch die Authentisierung und Absicherung digitaler Geschäftsprozesse.

 

Die secunet Security Networks AG ist der führende deutsche Anbieter für hochwertige Cybersicherheitslösungen und IT-Sicherheitspartner der Bundesrepublik Deutschland. secunet bietet ein umfangreiches Produkt- und Beratungsportfolio zum Schutz von Daten, Infrastrukturen sowie für die Informationsübertragung, -speicherung und -verarbeitung. Dazu gehören auch Verschlüsselungstechnologien bis zur höchsten Sicherheitsstufe. Behörden, Organisationen und Unternehmen sind so bestmöglich gegen Cyberangriffe, Spionage und Sabotage geschützt.

 

Das Corporate Center steuert die Gesamtausrichtung der G+D-Gruppe und unterstützt die Teilbereiche aktiv in ihrer strategischen Weiterentwicklung. Themen von strategischer Bedeutung, wie beispielsweise der rechtlich selbständige Innovations-Accelerator G+D advance52 oder die neu gegründete Beteiligungsgesellschaft G+D Ventures, werden hier gebündelt. G+D Ventures soll interne Innovationen zu eigenständigen Unternehmen weiterentwickeln. Hierfür stellt es Start-ups einen Zugang zum G+D-Expertennetzwerk und dessen Know-how bereit und unterstützt zudem bei der Finanzierung. Die G+D Grundstücksgesellschaft hält und betreibt die selbstgenutzte Immobilie am Standort in München und vermietet diese an die Konzerngesellschaften.

 

Management-Struktur

 

Erläuterungen zu den wesentlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten finden sich im Kapitel 2.1.2. 

 

 

2. Wirtschaftliche Entwicklung

 

Weltweit hat sich das Wirtschaftswachstum 2018 gegenüber dem Vorjahr leicht abgeschwächt. Über alle Regionen hinweg hat der zunehmende Protektionismus mit Zollschranken und Strafzöllen den internationalen Handel behindert und Volkswirtschaften im Wachstum beschränkt. Die Entwicklung in einzelnen Regionen fiel zum Teil sehr unterschiedlich aus. In den entwickelten Ländern, allen voran den USA, zeigte sich die Konjunktur robust mit einem soliden Wachstum. Auch im Euroraum ist die Wirtschaft gewachsen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern profitierten Länder, die Öl- und Gas exportieren, von den höheren Ölpreisen. Strengere finanzielle Rahmenbedingungen sowie die gestiegenen US-Leitzinsen wirkten sich negativ auf das weltweite Wirtschaftswachstum aus. Aufgrund landesspezifischer Risiken konnten die Volkswirtschaften in Brasilien, in der Türkei und im Iran 2018 nicht weiterwachsen. Trotz der protektionistischen Handelspolitik seitens der USA war Asien (v.a. China und Indien) der Wirtschaftsraum mit der höchsten Dynamik und den höchsten Wachstumsraten.

Die Lösungen von G+D rund um die Kernthemen Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Sicherheit waren auch 2018 bei den Kunden sehr gefragt. Erneut erzielte G+D ein solides Umsatzwachstum von 5,1 % und erreichte damit zum wiederholten Mal in der Unternehmensgeschichte ein Rekordniveau.

 

 

2.1. Wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns

 

Die zur Konzernsteuerung herangezogenen wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren sind im Geschäftsjahr 2018 unverändert geblieben. Im Konzern basiert die Steuerung auf Umsatzerlösen, dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), den Investitionen, der durchschnittlichen Intensität des Working Capitals1, dem Free Cashflow sowie dem Return on Capital Employed (ROCE)2.

 

Mit einem hervorragenden Auftragseingang im Jahr 2018 hat G+D seine Auftragsbücher auf 1,7 Mrd. EUR (+50 %) aufgebaut und stellt damit sein organisches Wachstumspotenzial unter Beweis. Dabei liegt der Fokus auf dem konsequenten Ausbau des Lösungs- und Servicegeschäfts sowie der Kommerzialisierung neuer Geschäftsmodelle rund um die Digitalisierung.

 

Neben dem organischen Wachstum hat G+D auch 2018 strategische Maßnahmen umgesetzt, um aktuelle Markt- und Technologietrends zu nutzen. Insbesondere durch die Gründung der G+D Ventures GmbH öffnet sich G+D für Beteiligungen und Aktivitäten auf dem Markt für Ventures. Bereits im ersten Jahr erwarb die Gesellschaft eine 6,1 %-Beteiligung an der Verimi GmbH. Für diese Identitäts- und Datenplattform haben sich mehrere namhafte deutsche und ausländische Unternehmen zusammengeschlossen, z. B. Allianz, Deutsche Telekom und Samsung. Der Partnerschafts- und Kooperationsvertrag mit der IDnow GmbH wurde durch den Erwerb von 12 % der Anteile zusätzlich gestärkt. IDnow bietet globale Lösungen für die sichere digitale Identifizierung basierend auf KI-gestützter Biometrie und Sicherheitstechnologie. Zudem vollzieht G+D erstmals in der Unternehmensgeschichte die Ausgründung eines Start-ups: An der Build38 GmbH haben sich auch mehrere G+D-Mitarbeiter beteiligt. Der von G+D gehaltene Anteil beträgt 70 %. Die Gesellschaft hat das sog. Trusted Applikation Kit (TAK) entwickelt, das für Kunden eine sichere Umgebung für mobile Applikationen bereithält. Die Lösung bietet einen umfassenden Schutz für mobile Geräte und gewährleistet, unabhängig vom Betriebssystem, eine datenschutzkonforme und sichere Datenverarbeitung. Referenzanwendungen für die Technologie finden sich bereits im Transport-, Bank- und Sicherheitswesen sowie im Behördenumfeld.

 

Durch den Erwerb von 75 % der Anteile an der US-amerikanischen E-Seek Holding Inc., einem Hardware-Spezialisten für modernste Authentifizierungslösungen von ID Dokumenten, ergänzt Veridos sein Software-Know-how und stärkt zusätzlich seine Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt.

 

 

Verhältnis aus 12-Monats-Durchschnitt des Working Capitals im Berichtsjahr und Jahresumsatz;
Working Capital = Kundenforderungen + Vorräte + vertragliche Vermögenswerte – Verbindlichkeiten – vertragliche Verbindlichkeiten

 

Verhältnis aus EBIT zu durchschnittlichem Capital Employed (jeweils Stichtagswerte zum Jahresende).
Capital Employed = Immaterielle Vermögenswerte + Sachanlagen + nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen + Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

 

 

2.1.1. Ertragslage

 

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wie z. B. volatile Wechselkurse ist G+D im Umsatz erneut um 5,1 % auf 2.246 Mio. EUR gewachsen und übertraf damit abermals die eigene Planung. Bereinigt um die negativen Währungseffekte wäre das Wachstum mit 151,6 Mio. EUR bzw. 7 % noch höher ausgefallen.

 

Wesentliche Wachstumsimpulse erzielte G+D vor allem mit seinem innovativen Lösungs- und Servicegeschäft, das über alle Bereiche hinweg eine Wachstumsrate von rund 13 % erreicht. Damit setzt G+D die langfristige Strategie erfolgreich fort. Die Betrachtung der Umsatzentwicklung in den einzelnen Teilkonzernen zeigt ein ausgeglichenes Bild: Alle Unternehmensbereiche haben zum Wachstum beigetragen.
  

Umsatz nach Teilkonzernen
in Mio. EUR20182017∆ absolut∆ in%
Currency Technology1.058,91.016,542,34,2%
Mobile Security867,6812,355,46,8%
Veridos180,2167,312,87,7%
secunet163,3158,35,03,1%
Konsolidierung–23,9–18,0–5,9–33,0%
Gesamt2.246,02.136,4109,65,1%

Currency Technology konnte das hohe Umsatzniveau des Vorjahres weiter ausbauen. Durch die gestiegene Nachfrage nach Banknoten waren die Druckkapazitäten stark ausgelastet und der Umsatz lag deutlich höher als im Vorjahr. Im Lösungs- und Servicegeschäft konnten 2018 bereits erste Umsatzanteile aus länger laufenden Großprojekten realisiert werden, so dass das Geschäft deutlich gegenüber dem Vorjahr wächst. Ein weiterer Wachstumsimpuls kommt aus dem höheren Absatz von Banknotenbearbeitungsmaschinen.

 

Das Marktumfeld im Bereich Mobile Security war auch 2018 von starkem Wettbewerb und Preisdruck bei Karten und Modulen geprägt. Belastend wirkten zudem Währungskurseffekte infolge der Aufwertung des Euro. Trotz dieser Schwierigkeiten konnte Mobile Security ein solides Umsatzwachstum erzielen. Im Produktgeschäft hat der Bereich die Absatzmenge erneut um 8 % gesteigert, so dass der sinkende durchschnittliche Verkaufspreis für SIM- und Paymentkarten aufgefangen wurde. Besonders erfreulich war das Umsatzwachstum mit Service- bzw. Lösungsangeboten, allen voran das eSIM-Management, mobiles Bezahlen und Issuance Services für die Ausgabe von Bezahlkarten.

 

Der Unternehmensbereich Veridos hat 2018 einige umfassende Großprojekte gewonnen und damit die Basis für das größte Wachstumspotenzial geschaffen. Die umfassenden Vertragsabschlüsse, die teilweise auch eine Finanzierungskomponente beinhalten, benötigen Zeit, so dass der Projektbeginn und damit einhergehend die Umsatzlegung teilweise erst später als geplant erfolgen konnte. Verglichen mit 2017 erzielt auch Veridos ein Umsatzwachstum.

 

Die hochwertigen und vertrauenswürdigen Cyber-Security-Lösungen von secunet trafen auch 2018 die Kundenbedürfnisse. Das wachsende Produktgeschäft, besonders mit dem SINA®-Portfolio, sowie eine nachhaltig hohe Auslastung im Beratungsgeschäft sorgten dafür, dass der Bereich erneut einen Rekordumsatz sowie ein Rekordergebnis erzielte. Mit der erfolgreichen Zertifizierung des Health Konnektors ergänzt secunet seine Sicherheitslösung um eine Telematikinfrastruktur, wie sie beispielsweise von Arztpraxen genutzt werden kann. Der Konnektor steht zur sofortigen Markteinführung bereit und wird dazu beitragen, weitere Umsatzzuwächse zu erzielen.

 

Die erstmalige Anwendung des IFRS 15 führt 2018 zu 44,2 Mio. EUR zusätzlichem Umsatz.

 

Zur besseren Vergleichbarkeit der Aufwands- und Ergebnispositionen ist die Gewinn- und Verlustrechnung um Sondereffekte angepasst. Folgende Normierungen wurden in der Darstellung vorgenommen: 2017 wurden die Schließungskosten für die Giesecke+Devrient Mobile Security Slovakia (GDSK) und gegenläufig der Gewinn aus einer Grundstücksveräußerung eliminiert. 2018 wurden die Kosten für die Restrukturierungsmaßnahmen bei der CI Tech Components AG korrigiert. Mit dem Strategiewechsel von Diebold Nixdorf und dem damit verbundenen Ausstieg aus dem Joint Venture der CI Tech Components AG hat sich G+D für eine Neuausrichtung der Tochtergesellschaft entschieden. Nach Abschluss der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten an der bestehenden Produktfamilie wird sich die Gesellschaft auf den Vertrieb konzentrieren. Der Standort in Dornach wird Anfang 2019 geschlossen. Mit dieser Entscheidung waren Kosten in Höhe von 17,0 Mio. EUR verbunden. Der größte Teil der Kosten entfällt auf Wertberichtigungen von aktivierten F&E-Aufwendungen bzw. Sachanlagen. Die Anpassungen wirken sich in unterschiedlichen Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung bis zum EBIT aus.
 

Gewinn- und Verlustrechnung (IFRS)
in Mio. EUR20182017∆ absolut∆ in%
Umsatzerlöse2.246,02.136,4109,65,1%
Bruttoergebnis vom Umsatz 1612,9618,8–5,9–1,0%
Brutto-Marge 1 (in % vom Umsatz)27,3%29,0%–1,7 pp–5,9%
Vertriebs-, Forschungs- und allg. Verwaltungskosten 1(492,8)(495,6)2,80,6%
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen 112,814,7–1,9–12,7%
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 1133,0137,9–4,9–3,6%
Finanzergebnis(13,5)(8,1)-5,4–66,3%
EBIT (angepasst)119,5129,8–10,3–7,9%
EBIT-Marge (angepasst) (in % vom Umsatz)5,3%6,1%–0,8 pp–13,1%
Anpassungen(17,0)0,4–17,4>100%
EBIT102,5130,2–27,7–21,3%
Zinserträge2,02,2–0,2–8,6%
Zinsaufwendungen(19,0)(19,6)0,62,9%
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)85,5112,8–27,4–24,2%
Ertragsteuern(35,3)(45,8)10,523,0%
Jahresfehlbetrag/Jahresüberschuss50,267,0–16,8–25,1%
Überleitung zum EBITDA
EBIT (angepasst)119,5129,8–10,3–7,9%
zzgl. Abschreibungen (angepasst) 2102,6104,62,01,9%
EBITDA (angepasst)222,1234,4–12,2–5,2%

Das Bruttoergebnis vom Umsatz bleibt knapp unter dem Vorjahresniveau (–1,0 %). Der Anstieg der Absatzvolumina sowie der Anstieg der Projekt- und Serviceleistungen gleichen die negativen Auswirkungen in den wettbewerbsintensiven Märkten nicht ganz aus. Die Strukturkosten, also die Kosten für Vertrieb, Forschung und allgemeine Verwaltung, lagen trotz des Umsatzwachstums unter dem Vorjahreswert. Zu dieser Entwicklung haben maßgeblich die Forschungs- und Entwicklungskosten von 113,3 Mio. EUR (–9,9 %) beigetragen. 2018 hat sich der Bereich Mobile Security bei Entwicklungen stark fokussiert und damit Kosten reduziert. Zudem musste secunet im Zusammenhang mit der Entwicklung des Health Konnektors Entwicklungskosten teilweise aktivieren. Die Vertriebskosten bewegten sich mit 224,1 Mio. EUR (+1,9 %) auf dem Vorjahresniveau und stiegen damit unterproportional zum Umsatz. Die allgemeinen Verwaltungskosten erreichen 155,4 Mio. EUR (+2,6 %). Dieser im Verhältnis zum Umsatzwachstum unterproportionale Anstieg war trotz höherer Beratungskosten im Zusammenhang mit der strategischen Portfolioausrichtung von G+D möglich.

 

Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen bewegen sich leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Beispielsweise sind in dieser Position Mieterträge, Lizenzerträge sowie Aufwendungen und Erträge aus Rechtsstreitigkeiten enthalten. Im Vorjahr hat G+D einen höheren Betrag aus einer einmaligen kartellrechtlichen Entschädigungszahlung erhalten.

 

Das Finanzergebnis war 2018 von der höheren Volatilität der Wechselkurse beeinflusst, was insbesondere die Absatzmärkte in Nordamerika, Brasilien, Indien und China betraf. Aus Fremdwährungstransaktionen und Kurssicherung entstanden in Summe Kosten von –7,5 Mio. EUR (im Vorjahr –18,5 Mio. EUR). Sinkende Kurse an den Aktienmärkten v. a. im letzten Quartal des Geschäftsjahres belasteten das Ergebnis zusätzlich mit –6,2 Mio. EUR. Dem stehen im Vorjahr 5,5 Mio. EUR Kursgewinne gegenüber. Das positive Beteiligungsergebnis der at-equity konsolidierten Unternehmen hat 1,2 Mio. EUR (im Vorjahr 3,5 Mio. EUR) zum Ergebnis beigetragen.

 

Das EBIT (angepasst) erreicht mit 119,5 Mio. EUR die Planung. Alle operativen Unternehmensbereiche trugen positiv zum Konzern-EBIT bei. Die Abweichung zum Vorjahr erklärt sich zu gleichen Anteilen durch das geringere Finanzergebnis sowie das niedrigere Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit.

 

Aus der Begebung des Schuldscheindarlehens im Juli 2018 hat sich G+D Finanzmittel gesichert, um weitere Großprojekte zu finanzieren und zudem strategische Portfolioerweiterung zu ermöglichen. Trotz des zusätzlichen Fremdkapitals liegen die Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten bei 7,2 Mio. EUR und damit unter dem Vorjahr (8,0 Mio. EUR). G+D hat kontinuierlich vertragliche Rückzahlungen von Darlehen mit höheren Zinsen durch Neuaufnahmen mit deutlich verbesserten Zinskonditionen ersetzt. Die Zinsen auf Pensionsverpflichtungen sind mit 12,1 Mio. EUR nahezu unverändert geblieben (im Vorjahr 11,9 Mio. EUR).

 

Der Aufwand aus Ertragsteuern belief sich im Berichtsjahr auf 35,3 Mio. EUR und sank damit gegenüber dem Vorjahr. Die Steuerquote ist von 40,6 % auf 41,3 % leicht gestiegen.

 

Insgesamt hat G+D im Berichtsjahr wieder einen deutlich positiven Jahresüberschuss erwirtschaftet, der um 25,1 % unter dem Vorjahr liegt.

 

Der Effekt aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 15 wirkt im Jahresüberschuss mit 10,2 Mio. EUR positiv.

 

Das EBITDA (angepasst) übertrifft mit 222,1 Mio. EUR die Planung. Ein großer Teil der Kosten für die Neuausrichtung der CI Tech Components AG entfiel auf außerplanmäßige Wertberichtigungen auf aktivierte F&E-Aufwendungen und Sachanlagen. Daher wurden nur 1,4 Mio. EUR der Kosten im EBITDA korrigiert.

 

 

2.1.2. Forschung und Entwicklung

 

Alle Innovationen bei G+D zielen darauf ab, das Leben von Milliarden von Menschen sicherer zu machen. Diesen Anspruch erhebt G+D in der digitalen sowie physischen Welt in den Kernbereichen Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Sicherheit. Anhand von Think Tanks, Hackathons, der G+D advance52 sowie der GD Ventures erschließt sich G+D eine breite Basis, um in diesen Bereichen internes und externes Innovationspotenzial optimal zu nutzen.

 

Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung lagen mit 154,8 Mio. EUR nur knapp unter dem Vorjahreswert. Dieser Betrag verteilt sich auf kundenspezifische Entwicklungskosten (25,0 Mio. EUR), aktivierte Forschungs- und Entwicklungskosten (16,5 Mio. EUR) sowie reine F&E-Aufwendungen (113,3 Mio. EUR). Die höheren Aktivierungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung des Health Konnektors bei der secunet.
  

Forschung und Entwicklung
20182017∆ absolut∆ in%
Anzahl F&E-MitarbeiterFTE1.1461.155–9–0,7%
Anteil an der Gesamtmitarbeiterzahlin %10,1%10,0%–0,1 pp1,1%
Ausgaben für F&EMio. EUR154,8159,0–4,2–2,6%
davon reine F&E-AufwendungenMio. EUR113,3125,7–12,4–9,9%
F&E-Quotein % von Umsatz5,0%5,9%–0,9 pp–14,3%
davon UmsatzkostenMio. EUR25,022,42,611,6%
davon aktivierungsfähige KostenMio. EUR16,510,95,651,8%
Aktivierungsquote in %in %14,6%8,7%5,9 pp68,4%
Abschreibung auf aktivierte EntwicklungskostenMio. EUR8,46,81,623,5%
Anzahl aktive Patente7.8997.5583414,5%
Patent-Neuanmeldungen1721472517,0%


Als Marktführer für ganzheitliches Bargeldmanagement will der Unternehmensbereich Currency Technology seine Marktpräsenz weiter ausbauen. Durch Innovationen bieten wir unseren Kunden attraktive Lösungen zur Verbesserung ihrer Wertschöpfungsketten. Das Angebot geht dabei deutlich über die Bereitstellung von Substraten, Banknoten, Sicherheitsfeatures und Banknotenbearbeitungsmaschinen hinaus und wird permanent durch Forschungs- und Entwicklungsarbeit an die aktuellen Markttrends angepasst. Im Rahmen der digitalen Agenda von G+D schaffen wir für unsere Kunden durch übergreifende Software- und Automatisierungslösungen einen Mehrwert, indem die Produktivität der Cash Center bei nach wie vor höchsten Sicherheitsansprüchen deutlich gesteigert wird. Einen weiteren Bereich für Innovationen stellt die Nutzung von Big-Data-Technologien dar. Die Lösungen von G+D sammeln Daten entlang des Bargeldkreislaufs und erlauben damit präzise Prognosen für Zentralbanken und weitere Dienstleister im Bargeldkreislauf. Weitere Ziele der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten sind, die bestehenden und im Markt eingesetzten Produkte zu vernetzen (Industrie 4.0) und neue modulare Produkte zu entwickeln, um den Veränderungen im Markt der Banknotenverifikation und -sortierung gerecht zu werden. Darüber hinaus entwickeln wir unsere Banknoten-Sicherheitsfeatures in den Bereichen Fäden, Folien und Pigmente ständig weiter. Insbesondere der Einsatz von Mikro- und Nanotechnologie ermöglicht neue Wege im Bereich optischer Sicherheitsmerkmale. Dass G+D Top-Funktionalität, modernes Industriedesign und attraktive Produktkosten in einem Projekt realisieren kann, zeigen unter anderem die gewonnenen Designpreise der vergangenen Jahre.

 

Die globalen F&E-Aktivitäten im Unternehmensbereich Mobile Security konzentrieren sich auf drei wesentliche Schwerpunkte. Erstens stellt der Bereich Produkte und Lösungen für die drei Divisionen Financial Solutions, Connectivity & Devices und Digital Enterprise Security bereit. Zweitens verfügt G+D beim eSIM-Management über eine hoch performante und skalierbare Plattform für das effiziente Management von Identitäten und entwickelt diese Lösung entsprechend den Kunden- und Marktanforderungen kontinuierlich weiter. Neben den größten Mobilfunkbetreibern vertrauen auch namhafte Technologieunternehmen sowie Automobilhersteller auf diese Lösungen. Und drittens lag im Bereich des mobilen Bezahlens der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Dual-Interface-Karten, die neueste Chip-Hardware mit einem entsprechend optimierten Betriebssystem verknüpfen.

 

Veridos treibt Entwicklungen von ID-Dokumenten und komplexen Systemlösungen der analogen und digitalen Verifikation von Dokumenten und Identitäten bis hin zur sicheren Authentisierung und elektronischen Signaturen voran. Damit könnten Bürger ihr Mobiltelefon künftig zum Baustein einer sicheren Ausweisfunktion machen oder eine rechtsgültige elektronische Unterschrift abgeben. Im Bereich Software/Betriebssysteme erhöhen wir die Konnektivität der Java-Plattform durch Integration der Applet Suite mit entsprechenden Zertifizierungen. Neben den Plattformen hat Veridos auch die Entwicklung hochsicherer ID-Dokumente (z. B. mobiler Führerschein) vorangetrieben. Mit den Lösungen für hochsichere digitale Identitäten, der ID-Plattform IMAGO und der Bordercontrol-Plattform VeriGO® bietet Veridos nun ein breites Lösungsspektrum von der Beantragung einer ID bis hin zu ihrer Überprüfung im Rahmen einer Grenzkontrolle.

 

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der secunet zielen auf Verbesserungen und Innovationen bei Verfahren, Produkten und Lösungen. secunet trägt damit dem wachsenden Bedürfnis seiner Kunden nach erhöhter Sicherheit in den bestehenden Infrastrukturen sowie nach Lösungen für Bedrohungen in neuen technischen Umgebungen Rechnung. Zudem stützt secunet seine Innovationsanstrengungen strategisch auf drei Säulen: Förderung der Innovationskultur, Kooperation und Partnerschaften mit Kunden, Universitäten und Verbänden sowie Bündelung von Kompetenzen bei Produktmanagern, welche die Entwicklungen vom Innovationsmanagement bis zur Erstellung marktreifer Produkte begleiten. Im Zuge der Produktentwicklung des Health Konnektors hat secunet erstmals Forschungs- und Entwicklungsleistungen in nennenswerter Höhe aktiviert.

 

Die G+D advance52 – unser Impulsgeber für digitale Technologien und Geschäftsmodelle – hat neben der Validierung von neuen Geschäftsideen 2018 wieder fortschrittliche Lösungen für die Unternehmensbereiche von G+D entwickelt. Beispielsweise wurde für Veridos mit der VeriGO® TrueID-App ein Dienst entwickelt, der den Bürgern des jeweiligen Landes einen einfachen Zugriff auf E-Government-Dienste ermöglicht. Darüber hinaus wurden für Currency Technology zwei digitale Geschäftsmodelle umgesetzt, die eine Effizienzsteigerung in Cash Centern von kommerziellen Banken und Zentralbanken ermöglichen.

 

Die Veränderung der aktiven Patente sowie der Anzahl der Patentneuanmeldungen war 2018 höher als im Vorjahr. Insgesamt liegen diese Bewegungen innerhalb der branchenüblichen Schwankungsbreite.

 

 

2.1.3. Investitionen

 

Das Investitionsvolumen1 lag 2018 bei 108,0 Mio. EUR. Damit investierte G+D wie geplant mehr als im Vorjahr und erreicht eine auf das Anlagevermögen2 bezogene Investitionsquote von 19 %. Sowohl Currency Technology als auch Mobile Security haben überwiegend Produktionsanlagen erneuert bzw. optimiert. Bei Mobile Security wurde insbesondere der Standort in Spanien erweitert und modernisiert. Die Tochtergesellschaft der Veridos in Griechenland hat die 2017 begonnenen Investitionen in Produktions- und Personalisierungsanlagen für ID-Karten und Polycarbonat-Datenseiten im Berichtsjahr abgeschlossen.

Die bereichsübergreifende Modernisierung des Standorts in München wurde 2018 weiter fortgeführt. Zudem hat G+D Minderheitsbeteiligungen an Verimi und der IDNow erworben. Insgesamt beliefen sich die Investitionen in das Sachanlagevermögen (inklusive Anzahlungen) auf 78,8 Mio. EUR. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (29,2 Mio. EUR) ergeben sich insbesondere aus den aktivierten F&E-Leistungen sowie aktivierten Softwarelösungen (z. B. ID-Service-Plattform). 
 

Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und geleistete Anzahlungen hierfür

Anlagevermögen = Sachanlagen + immaterielle Vermögenswerte

 

Investitionen und Planmäßige Abschreibungen
in Mio. EUR20182017∆ absolut∆ in%
Konzernumsatz2.246,02.136,4109,65,1%
Investitionen108,094,913,113,8%
Planmäßige Abschreibungen102,7102,60,10,1%
Investitionsquote (in % vom Anlagevermögen2)17,6%15,1%+2,5 pp16,7%

Für 2019 bestehen 24,9 Mio. EUR Investitionsverpflichtungen.

 

 

2.1.4. Vermögenslage

 

Die kurzfristigen Vermögenswerte sind um 371,4 Mio. EUR gestiegen. Dieser Anstieg wird maßgeblich durch den Anstieg der Zahlungsmittel in Folge der Aufnahme des Schuldscheindarlehens (200 Mio. EUR) verursacht. Eine detaillierte Betrachtung zur Veränderung der Flüssigen Mittel erfolgt in Kapitel 2.1.5. Die halbfertigen und fertigen Erzeugnisse werden durch die erstmalige Anwendung des IFRS 15 teilweise als vertragliche Vermögenswerte ausgewiesen. Durch das Umsatzwachstum und höhere Lieferantenanzahlungen für Bestellungen im Zusammenhang mit den Großprojekten steigen die kurzfristigen Forderungen im Saldo um rund 68,4 Mio. EUR an.

 

Die langfristigen Vermögenswerte waren zum 31. Dezember 2018 unter dem Niveau des Vorjahres. Das Investitionsvolumen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte lag knapp über den Abschreibungen. In Folge der Neuausrichtung der CI Tech wurden Wertberichtigungen auf Werkzeuge in Höhe von 15,6 Mio. EUR vorgenommen.

 

Durch die planmäßige Tilgung von Darlehen sowie die Rückführung kurzfristiger Banklinien konnten die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr reduziert werden.

 

Die Veränderung der Rückstellungen lässt sich vor allem durch den Verbrauch der im Vorjahr gebildeten Restrukturierungsrückstellung für die Schließung der GDSK erklären. Die Garantierückstellungen sind im Rahmen des gestiegenen Geschäftsvolumens leicht gewachsen.

 

Die Begebung des Schuldscheindarlehens mit einem Volumen von 200 Mio. EUR hat zu einem Anstieg der langfristigen Finanzverbindlichkeiten geführt.

 

Die Anwendung des IFRS 15 führt zu wesentlichen Umgliederungen innerhalb der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dabei werden Kundenanzahlungen (Saldo 2018: rund 160 Mio. EUR) nicht mehr als Teil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gezeigt, sondern in der Position kurzfristige Vertragsverbindlichkeit ausgewiesen. Bereinigt um diese Umgliederung steigen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um rund 80 Mio. EUR. Ferner steigen auch die Kundenanzahlungen aus den Großprojekten (rund 70 Mio. EUR), die das höhere Bestellobligo gegenfinanzieren.

 

Die Rückstellungen für Pensionen haben sich um 8,7 Mio. EUR verringert, was im Wesentlichen aus der Anpassung des versicherungsmathematischen Zinses resultiert.

 

Die Eigenkapitalquote verringerte sich auf 19,7 % (im Vorjahr 20,6 %) und folgt der Bilanzverlängerung aus der Aufnahme des Schuldscheindarlehens im Juli 2018. Aus der Anwendung des IFRS 15 ergibt sich ein positiver Effekt auf das Eigenkapital von 28,4 Mio. EUR.

 

Die durchschnittliche Working-Capital-Intensität hat sich 2018 vor allem durch den geringeren unterjährigen Aufbau auf 20,1 % verbessert.

 

Der ROCE, berechnet mit EBIT (angepasst), erreicht mit 10,9 % das Planniveau und bleibt 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.

Zusammengefasste Bilanz (IFRS)
in Mio. EUR20182017∆ absolut2018 % von Bilanzsumme
Aktiva2.492,42.142,1350,3
Kurzfristige Vermögenswerte1.654,41.283,0371,466,4%
davon Vorräte367,8426,2–58,414,8%
davon kurzfristige Forderungen556,5488,168,422,3%
davon vertragliche Vermögenswerte134,60,0134,65,4%
davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente429,3210,7218,517,2%
Langfristige Vermögenswerte838,0859,1–21,133,6%
davon Sachanlagen463,1471,2–8,118,6%
davon immaterielle Vermögenswerte149,9155,7–5,86,0%
davon sonstige langfristige Vermögensgegenstände224,9232,1–7,29,0%
Passiva2.492,42.142,1350,3
Kurzfristige Verbindlichkeiten928,6803,4125,137,3%
davon kurzfristige finanzielle Schulden63,275,5–12,32,5%
davon kurzfristige Leasingverbindlichkeiten0,53,2–2,70,0%
davon Rückstellungen88,297,0–8,83,5%
davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen373,5456,8–83,315,0%
davon vertragliche Verbindlichkeiten236,60,0236,69,5%
Langfristige Verbindlichkeiten1.073,9896,8177,143,1%
davon langfristige finanzielle Schulden444,0250,6193,417,8%
davon langfristige Leasingverbindlichkeiten2,40,12,30,1%
davon Pensionen und ähnliche Verpflichtungen586,3594,0–7,723,5%
Eigenkapital489,9441,947,919,7%

Aus außerbilanziellen Verpflichtungen werden keine wesentlichen Auswirkungen erwartet. Wir verweisen an dieser Stelle auf Angabe 31 des Konzern-Anhangs.

 

 

2.1.5. Finanzlage

 

2018 hat sich der Bestand an Zahlungsmitteln um 218,5 Mio. EUR auf 429,3 Mio. EUR fast verdoppelt.

 

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit erreicht 188,6 Mio. EUR (im Vorjahr 77,7 Mio. EUR). Maßgeblich positiv zum Bilanzstichtag wirkten hier Kundenanzahlungen, die im Geschäftsjahr 2019 für die Finanzierung der Bestellungen bei Zulieferern eingesetzt werden. Durch den hohen Anteil von Kundenanzahlungen konnte das Working Capital trotz des Umsatzwachstums auf dem Vorjahresniveau gehalten werden. Nach verhaltener Investitionstätigkeit im Vorjahr hat G+D bewusst die Anschaffungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten in Höhe der Abschreibungen vorgenommen. Der Free Cashflow war 2018 mit 71,6 Mio. EUR deutlich positiv und hat sich im Vergleich zum Vorjahr und der Planung deutlich verbessert.

 

Im Juli 2018 hat G+D erfolgreich ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 200,0 Mio. EUR platziert und ist damit auf eine große Nachfrage bei Investoren gestoßen. Mit einer Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren bei attraktiven Konditionen stehen dem Konzern Mittel zur Finanzierung des Wachstumskurses zur Verfügung. Daneben wurden planmäßige Tilgungen auf bestehende langfristige Bankdarlehen geleistet (32,5 Mio. EUR ) und kurzfristige Bankdarlehen und Kontokorrentkredite in Höhe von 10,0 Mio. EUR zurückgeführt. Wir verweisen an dieser Stelle auch auf die Angabe 13 des Konzern-Anhangs, in der zugesagte, aber nicht ausgenutzte Kreditlinien sowie die Kapitalstruktur dargestellt sind. Die Dividendenzahlung an die Gesellschafter betrug im Berichtsjahr 24,1 Mio. EUR. 

 

Veränderung der Zahlungsmittel

 

 

2.1.6. Mitarbeiter

 

Die Gesamtzahl der Mitarbeiter war zum Stichtag 31.12.2018 bei steigenden Umsätzen leicht rückläufig. In Folge der Anpassung der Produktionslandschaft bei Mobile Security und hier vor allem der Schließung des Produktionsstandorts in der Slowakei sank die Mitarbeiterzahl in der Produktion. Die beiden Unternehmensbereiche secunet und Veridos haben übereinstimmend mit dem gestiegenen Geschäftsvolumen gezielt Produktionsmitarbeiter aufgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr waren überwiegend bei Mobile Security weniger Vertriebsmitarbeiter beschäftigt. In der Verwaltung stiegen die Mitarbeiterzahlen vor allem in den Bereichen Information Technology sowie Finanzbereichen.
 

Anzahl Mitarbeiter
FTE zum Stichtag20182017∆ absolut∆ in%
Produktion7.3067.523–217–2,9%
Vertrieb1.4051.430–26–1,8%
Forschung und Entwicklung1.1461.155–8–0,7%
Verwaltung1.5331.492402,7%
Gesamt11.38911.600–211–1,8%

Die Verlagerung der Produktion bei Mobile Security sowie die Restrukturierung bei CI Tech waren erst gegen Ende des Geschäftsjahres voll wirksam, so dass die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter um 96 (+1,0 %) und die Personalaufwendungen auf 686,5 Mio. EUR (+4,3 %) gestiegen sind.

 

 

2.1.7. Erklärung zur Unternehmensführung

 

Im Hinblick auf das deutsche Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FüPoG) hat sich der Aufsichtsrat 2017 zum Ziel gesetzt, 30 % der Mitglieder des Aufsichtsrats und 0 % der Mitglieder der Geschäftsführung mit Frauen zu besetzen. Der Anteil von Frauen in der ersten Führungsebene soll 17 % und in der zweiten Führungsebene 30 % erreichen. Diese Quoten sollen in der Giesecke+Devrient GmbH bis zum 31.03.2022 erfüllt werden. Zum Stichtag 31.12.2018 waren mit Astrid Meier, Verena von Mitschke-Collande, Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek, Claudia Scheck und Monika Wächter bereits 41,7 % der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzt. In der ersten Führungsebene lag der Frauenanteil bei 14,4 % und in der zweiten Führungsebene bei 20 %.

 

 

2.2. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

 

Das Geschäftsjahr 2018 war für G+D sehr erfolgreich. Der Auftragsbestand erreicht 1,7 Mrd. EUR und damit einen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Insbesondere die Auftragsbücher bei Currency Technology und bei Veridos sind sehr gut gefüllt und beweisen die hohe Attraktivität der Lösungen für unsere Kunden. Alle Bereiche haben 2018 ein Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erzielt – und dies trotz der Belastungen aus der Aufwertung des Euro gegenüber den Währungen in den ausländischen Kernmärkten. Die strategische Ausrichtung des Portfolios hin zu lösungsorientierten und digitalen Geschäftsmodellen hat dabei weiter deutlich an Schwung gewonnen. Das tatsächliche Umsatzwachstum hat die Planung übertroffen.

 

Das EBIT und auch das EBITDA konnten nicht an das gute Niveau des Vorjahres anschließen. Bereinigt um die Belastungen aus der Neuausrichtung der CI Tech erreichen beide Ergebnisgrößen die Planung.

 

Mit dem Großprojekt in Ägypten hat Currency Technology seine führende Rolle als Systemintegrator entlang des gesamten Geldkreislaufs bestätigt, der für seine Kunden Komplettlösungen anbietet. Die Division Banknote Solutions baute ihre hervorragende Marktposition weiter aus. Die Produktionsanlagen waren gut ausgelastet und so konnte die Absatzmenge im Vergleich zum Vorjahr erneut gesteigert werden. Die Division Currency Management Solutions verzeichnete ein deutliches Umsatzplus und profitierte sowohl vom Anstieg des Lösungsgeschäfts als auch des Produktgeschäfts.

 

Der Bereich Mobile Security wuchs wie geplant im Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Dies ist umso erfreulicher, da der Unternehmensbereich in besonders herausfordernden und dynamischen Märkten operiert. Die Aufwertung des Euro und die Kommoditisierung insbesondere im klassischen Konnektivitätsgeschäft mit Steck-SIM-Karten konnte Mobile Security durch höheres Absatzvolumen bei physischen Karten sowie den Ausbau der Wachstumsbereiche Internet of Things und Automotive begegnen. Darüber hinaus hat Mobile Security seine Position als weltweiter Marktführer im Zukunftsgeschäft mit embedded SIM (eSIM) bestätigt. Der Kernbereich Bezahlen ist im Jahr 2018 damit deutlich gewachsen.

 

Veridos konnte ebenfalls mehrere Großprojekte gewinnen und hat damit 2018 große Fortschritte erzielt und die Wachstumschancen genutzt. Die Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt und legen die Basis für das angestrebte nachhaltige Umsatzwachstum. 2018 war das Umsatzwachstum moderat, der Bereich bietet jedoch für die Zukunft eines der größten Wachstumspotenziale der gesamten Unternehmensgruppe G+D.

 

secunet setzte seine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte 2018 fort. Mit der Zulassung des sicheren Health Konnektors ergänzte secunet seine Sicherheitslösung um eine Telematikinfrastruktur, wie sie beispielsweise von Arztpraxen genutzt werden kann. Im Dezember konnte der Bereich seine Umsatz- und Ergebnisprognose weiter anheben. Auch in Zukunft werden die Cyber-Security-Lösungen weiterentwickelt und bilden das Fundament für zukünftiges Wachstum.

3. Chancen- und Risikobericht sowie Risikoberichterstattung über die Verwendung von Finanzinstrumenten

 

Als global agierendes Unternehmen befindet sich G+D im Rahmen seiner breit gefächerten Geschäftstätigkeit in einem Spannungsfeld zwischen Risiken und Chancen. Unerkannte beziehungsweise unzureichend gesteuerte Risiken stellen ein hohes Gefährdungspotenzial für jeden Unternehmensbereich sowie den Konzern dar. Effizientes Risikomanagement dient der verantwortungsbewussten, nachhaltigen Führung des Konzerns. Ziel des Risikomanagements bei G+D ist, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen gegenzusteuern. Damit sollen potenzielle Schäden für die Vermögens-, Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens minimiert, der Fortbestand als unabhängiges Unternehmen gesichert, die Position am Markt gestärkt und der Unternehmenswert nachhaltig gesteigert werden.

 

 

3.1. Risikomanagement-System

 

Das Risikomanagement-System ist die Gesamtheit aller prozessualen und organisatorischen Regeln, um die Gesamtrisikolage des Konzerns zu erfassen, zu analysieren, zu bewerten und zu steuern. Das Risikomanagement-System ist eingebettet in den Strategie-, Planungs- und Controllingprozess des gesamten Konzerns. Während die operativen Risiken sowie finanzwirtschaftliche Risiken anlassbezogen laufend im Management des Tagesgeschäfts adressiert und in den vierteljährlichen Performance-Reviews überprüft werden, unterliegen die strategischen Risiken im Rahmen des Strategieprozesses einer jährlichen Überprüfung und damit auch einer gesonderten Berichterstattung. Ebenso werden Compliance-Risiken über die eigene Compliance-Organisation gesteuert und unterliegen einer gesonderten Berichterstattung, die bei finanziellen Auswirkungen eine Meldung an das Konzern-Controlling vorsieht.

 

Das Konzern-Controlling erstellt quartalsweise einen Konzern-Risikobericht, der Aufschluss über den aktuellen Stand der Risiken gibt. Der Risikobericht wird als Bestandteil der Quartalsberichterstattung an die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Beirats versandt. Das Konzern-Rechnungswesen kodifiziert sämtliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden in der konzernweiten Bilanzierungsrichtlinie und aktualisiert diese bei Veröffentlichung neuer oder geänderter IFRS-Standards. Mitarbeiter in den Finanzbereichen werden regelmäßig über aktuelle Themen zur Rechnungslegung sowie die Termine im Abschluss- und Planungsprozess informiert. Für die Bewertung aller bilanzrelevanten Risiken (zum Beispiel Vorratsbewertung, Forderungsausfallrisiko, Rückstellungsbewertung) hat das Konzern-Rechnungswesen konzerneinheitliche Vorgaben festgelegt. Für spezielle Bewertungsthemen wie die Bewertung der Pensionsverpflichtungen werden externe Sachverständige hinzugezogen. Im monatlichen Reporting an die Geschäftsführung werden Soll-Ist-Vergleiche angestellt. Wesentliche Veränderungen und die inhaltliche Zusammensetzung einzelner Positionen werden auf den Ebenen Konzern, Teilkonzern und Tochtergesellschaft analysiert.

 

 

3.2. Compliance-Management

 

Aufgabe des Compliance-Management-Systems (CMS) ist die Sicherstellung des Vertrauens der Kunden in G+D. Gleichzeitig dient es der Sicherung des Fortbestandes des Unternehmens. Das CMS wird ständig weiterentwickelt, um einerseits neuen gesetzlichen Anforderungen zu genügen und andererseits dem aktuellen Risikoprofil des Unternehmens zu entsprechen. Um dieses Ziel zu erreichen, unterliegt das CMS einer kontinuierlichen Überprüfung und Anpassung hinsichtlich der Kriterien der Angemessenheit, Implementierung und deren Wirksamkeit. Der Teilkonzern G+D Currency Technology wurde bereits 2017 und der Teilkonzern G+D Mobile Security 2018 bzw. im ersten Quartal 2019 nach IDW PS 980 durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Im Rahmen eines Compliance-Assessments werden über alle Gesellschaften hinweg Risiken hinsichtlich Regelverstöße im Bereich Korruption und Kartellrecht regelmäßig überprüft und bewertet.

 

Die konzernübergreifende Compliance-Organisation stellt sicher, dass jeder Mitarbeiter und sämtliche Geschäftsführungs-, Aufsichtsrats- und Beiratsmitglieder der G+D-Firmengruppe die Compliance-Anforderungen kennen und danach handeln.

 

Die Compliance Offices berichten regelmäßig über Aktivitäten in den Compliance-Kernbereichen Vorbeugung, Aufdeckung und Reaktion. Hierdurch wird das Management über (potenzielle) Compliance-Verstöße und die eingeleiteten Gegenmaßnahmen informiert und somit in die Lage versetzt, möglichen Fehlentwicklungen entgegenzusteuern.

 

Compliance-Management 

 

 

Einzelne Vorfälle werden davon unabhängig und unmittelbar an den Vorsitzenden der jeweiligen Geschäftsführung berichtet, der zusammen mit der jeweiligen Geschäftsführung geeignete Maßnahmen einleitet. Zur Prüfung und Beratung bei Compliance-Vorgängen wird im Bedarfsfall auf externe Berater zurückgegriffen.

 

Die Konzernrevision (Corporate Audit) prüft und bewertet im Auftrag der Geschäftsführung regelmäßig Existenz und Wirksamkeit der Steuerungs- und Überwachungsprozesse im Konzern. Schwerpunktmäßig werden die Themen Risikomanagement, internes Kontrollsystem, gesetzliche Regularien und unternehmensinterne Richtlinien geprüft. Die Konzernrevision wurde 2018 nach den Anforderungen des Deutschen Instituts für Interne Revision e.V./The Institute of Internal Auditors durch Ernst and Young zertifiziert. Die Konzernrevision führte im Geschäftsjahr 2018 insgesamt 19 Prüfungen durch. Die Prüfungsergebnisse berichtet die Konzernrevision an die Geschäftsführung und an das Management der geprüften Einheit. Die Umsetzung der aus den Prüfungen hervorgegangenen Maßnahmen wird durch die Konzernrevision nachgehalten.

 

 

3.3. Strategische Risiken

 

Die Aufrechterhaltung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit erfordert die Entwicklung von neuen Produkten, Dienstleistungen und Lösungen. Dazu müssen unter anderem vollständige Eco-Systeme aufgebaut und dazugehörige Geschäftsmodelle implementiert werden. Gegebenenfalls kommt es auch zu einer veränderten Haftungssituation. Dabei ist entscheidend, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Technologien zu entwickeln und die notwendige Organisation bereit zu stellen. Durch gezielte Investitionen in Forschung und Entwicklung versuchen wir, Märkte aktiv mitzugestalten. Durch zu früh gestartete Aktivitäten können Leerkosten entstehen. Zu spät gestartete Aktivitäten können zu einem Verlust von Marktanteilen führen. Änderungen der Strategie können wesentliche Restrukturierungsaufwendungen verursachen. Wir begegnen diesem Risiko durch eine jährliche Überprüfung der Strategie in den Bereichen sowie übergreifend auf Konzernebene.

 

Zur Unterstützung der Strategie sowie zum Ausbau des Produkt- und Dienstleistungsportfolios sind teilweise kapitalbindende, zielgerichtete Akquisitionen notwendig. Mit der Umsetzung des jeweiligen Geschäftsplans und der notwendigen Integration des akquirierten Unternehmens in den Konzernverbund gehen erhebliche Risiken einher. Die Verfehlung der Ziele kann eine erfolgswirksame Abwertung von Vermögenswerten nach sich ziehen.

 

 

3.4. Operative Risiken und Chancen

 

Alle identifizierten operativen Risiken werden regelmäßig von den Risikoverantwortlichen in den Tochtergesellschaften überprüft. Dabei erfolgt eine Analyse der Eintrittswahrscheinlichkeit, des potenziellen Schadens sowie der Wirksamkeit der risikomindernden Maßnahmen.

 

 

3.4.1. Risikoanalyse

 

G+D führt eine ganzheitliche Risikoanalyse durch, die von der Vertragsanbahnung bis zum Ablauf von Gewährleistungsfristen reicht. Soweit das Geschäft im Rahmen der operativen Zuständigkeit einer Konzerngesellschaft vertrieblich zugewiesen ist, diese Gesellschaft jedoch technisch, logistisch oder in sonstiger Weise von einer anderen Konzerngesellschaft beliefert oder fachlich unterstützt wird, ist eine gemeinsame Risikoanalyse der beteiligten Konzerngesellschaften zu erstellen.

 

Grundsätzlich unterteilt G+D operative Risiken in die Risikokategorien Produktionsrisiken, Lieferantenrisiken, IP-Risiken, IT-Risiken, Risiken im politischen Umfeld, Finanzrisiken und Steuerrisiken. Mit einem Vorhaben können mehrere einzelne Risiken verbunden sein, die einer unterschiedlichen Korrelation unterliegen.

 

 

3.4.2. Operative Risiken und deren Bewertung

 

Operative Risiken sind Risiken, die sich entlang der Wertschöpfungsstufen ergeben und die das Erreichen der kurzfristigen Unternehmensziele gefährden können. Es sind sowohl die einzelnen Risiken jeweils separat zu bewerten als auch ein mit dem Vorhaben verbundenes Gesamtrisiko zu ermitteln, das die einzelnen Risiken sinnvoll kumuliert. Die identifizierten Risiken (Einzelrisiken wie auch Gesamtrisiko) sind nach der Brutto- und Nettomethode zu bewerten. Als Bruttorisiko wird der potenzielle Schaden ohne Berücksichtigung der Risikobewältigungsmaßnahmen zur Verringerung der Schadenshöhe definiert. Ein Nettorisiko ergibt sich, wenn die Maßnahmen zur Risikominimierung berücksichtigt werden. Wird zudem die Eintrittswahrscheinlichkeit mit dem Nettorisikowert multipliziert, resultiert daraus der Risikowert.

 

Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos gibt dabei eine Erwartungseinschätzung für den Eintritt des identifizierten Risikos an, die wie folgt klassifiziert wird:

 

 

BeschreibungEintrittswahrscheinlichkeit
Mit dem Eintritt ist zu rechnen 80% < x
Eher wahrscheinlich50% < x ≤ 80%
Eher unwahrscheinlich10% < x ≤ 50%
Denkbar, aber eher theoretischx ≤ 10%

Gesamtrisikolage 

Zum 31.12.2018 wurden 40 operative Risiken im Rahmen des Risikoberichts an Geschäftsführung und Aufsichtsrat gemeldet.

 

Nach einfacher Zusammenfassung einzelner Risiken zu den obig definierten Kategorien ergibt sich folgendes Bild:

 

Risikokategorien

 

 

Ein potenziell erhebliches Risiko für den Konzern stellen die Finanzrisiken dar. Im Zusammenhang mit der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung der Goodwills könnte auf Basis der operativen Performance und der daraus abgeleiteten künftigen Entwicklung der Bedarf einer Wertkorrektur entstehen. Zudem ist G+D dem allgemeinen Forderungsausfallrisiko ausgesetzt, das insbesondere durch mögliche Ausfälle für Kunden im südamerikanischen Raum besteht. Die Sicherheits- und Steuerrisiken zeichnen sich durch ein hohes potenzielles Nettorisiko aus, allerdings gepaart mit einer sehr niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeit, die nahe 0% liegt. Die Produktionsrisiken zeigen bei vergleichsweise niedrigeren Nettoschäden eine etwas höhere Eintrittswahrscheinlichkeit. Alle anderen Risikokategorien sind von untergeordneter Bedeutung.

 

Durch Multiplikation der Nettorisikowerte mit den jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten errechnet sich für das aktuelle Berichtsjahr ein kumulierter Risikowert von 30,5 Mio. EUR. Dabei wurden die einzelnen Risiken durch einfache Addition aufsummiert. Der gleichzeitige Eintritt aller Einzelrisiken kann aufgrund der unterschiedlichen Korrelationen nahezu ausgeschlossen werden.

 

Risikowert und Rückstellungen

 

 

Im Vergleich zum Vorjahr konnten vor allem die Produktionsrisiken durch eine Qualitätsinitiative sowie die IP-Risiken im Zuge einer aktuellen Einschätzung reduziert werden.

 

Für Einzelrisiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit größer 50% werden Rückstellungen beziehungsweise Wertberichtigungen zu 100% des Nettorisikowerts gebildet. Dem kumulierten Risikowert von 30,5 Mio. EUR stehen Rückstellungen von 14,0 Mio. EUR gegenüber. Insbesondere für die Finanzrisiken waren aufgrund der Wahrscheinlichkeitseinschätzung keine Rückstellungen in gleichlautender Höhe notwendig.

 

Die Risiken wurden im Einklang mit den Konzern-Bilanzierungsrichtlinien im vorliegenden Konzernabschluss beziehungsweise in der Prognose berücksichtigt. Wenn die Risiken, für die aufgrund ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit keine Rückstellungen gebildet wurden, dennoch eintreten, würde dies die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Bei Eintritt der bilanzierten Risiken ist mit einem Zahlungsmittelabfluss zu rechnen.

 

Nach sorgfältiger Analyse weist das konzernweite Risikoprofil weder einzeln noch in der Gesamtbetrachtung bestandsgefährdenden Charakter auf. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass G+D aufgrund der guten Marktpositionierung, der technologischen Innovationskraft, der weltweiten Standardisierung von Prozessen sowie mit seinen engagierten Mitarbeitern auch 2019 die Herausforderungen der Risiken meistern und sich bietende Chancen ergreifen wird.

 

 

Finanzrisiken

G+D ist dem klassischen Liquiditätsrisiko, dem Kontrahentenausfallrisiko und Marktrisiken durch die Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen sowie Aktienkursen ausgesetzt. Die aktuell unklare politische Situation in Südamerika könnte die beidseitige Vertragserfüllung beeinträchtigen.

 

Unter den Finanzrisiken werden auch die Risiken einer Wertberichtigung von Goodwills auf Konzernebene subsumiert.

 

Der Konzern steuert die Finanzrisiken vorwiegend im Rahmen seiner laufenden Geschäfts- und Finanzierungsaktivitäten. Andererseits werden finanzwirtschaftliche Risiken für die G+D-Gruppe sowie ihre operativen Tochtergesellschaften auf der Grundlage schriftlicher Richtlinien zentral durch die G+D GmbH erfasst und gesteuert. Finanzwirtschaftliche Risiken sind ein Bestandteil des monatlichen Risikoreportings an die Geschäftsführung sowie Bestandteil der regelmäßigen Berichterstattung an Aufsichtsrat und Beirat.

 

Bei Bedarf werden im Fremdwährungs- und Zinsbereich derivative Finanzinstrumente für die Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt. In Übereinstimmung mit den für internationale Banken geltenden Standards zum Risikomanagement unterliegen alle Handelsaktivitäten einer vom Zentralbereich Treasury unabhängigen Finanzkontrolle.

 

Gemäß IAS 19 ist G+D verpflichtet, versicherungsmathematische Gewinne und Verluste der Pensionsverpflichtungen sofort und vollständig im Eigenkapital zu erfassen. Daraus resultiert eine hohe Volatilität des Eigenkapitals bei schwankenden Kapitalmarktzinsen.

 

Für weitere Ausführungen zu finanziellen Risiken verweisen wir auf den Anhang Nr. 22.

 

 

IP-Risiken

Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist es entscheidend, Rechte an geistigem Eigentum (Intellectual Property – IP) zu schützen, zu lizenzieren oder zu erwerben. G+D könnte von Dritten beschuldigt werden, die Rechte an deren geistigem Eigentum zu verletzen. Dies könnte Schadenersatzzahlungen und das Verbot der Nutzung bestimmter Technologien zur Folge haben. Die Patentabteilung sorgt in Zusammenarbeit mit externen Anwaltskanzleien für die Neuanmeldung und Überwachung von Patenten.

 

 

Sicherheitsrisiken

G+D kann sich Risiken der Cybersicherheit in Form von Wirtschafts- und Industriespionage oder Cyberangriffen sowohl durch einzelne Staaten als auch durch Wettbewerber nicht vollständig entziehen. Daraus könnte die unerwünschte Weitergabe von vertraulichen Informationen oder geistigem Eigentum, Produktschäden, Lieferengpässe oder sogar Produktionsausfälle sowie die Gefährdung (personenbezogener) Daten resultieren. Darüber hinaus könnte G+D von Personen, die sich unerlaubten Zugang zu Gebäuden oder Systemen verschaffen, mit Bedrohungen aus dem Missbrauch oder Diebstahl von Informationen und Sachanlagen beziehungsweise Beschädigung derselben konfrontiert werden. Zur Vorbeugung hat G+D technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen, mit deren Hilfe dieses Risiko minimiert wird. Dazu gehören IT-Sicherheitsmaßnahmen, Identitätsverwaltung, Zutrittskontrollsystem, mehrstufige Zugangskontrollen, Kameraüberwachung, Einsatz eines Konzernsicherheitsdienstes sowie die Sensibilisierung aller Mitarbeiter durch regelmäßige Schulungen zu Compliance- und Sicherheitsthemen. G+D hat ein Sicherheits- und Steuerungskonzept implementiert, das es ermöglicht, Risiken schnell zu erkennen und auf sie zu reagieren.

 

 

Lieferantenrisiken

Das Supply-Chain-Management ist bei G+D in den jeweiligen Unternehmensbereichen organisiert, folgt aber gemäß Einkaufshandbuch einheitlichen Richtlinien. Etwaige Störungen, wie zum Beispiel Lieferverzögerungen auf Lieferantenseite, Erhöhung von Rohstoffpreisen (insbesondere Halbleiter und Baumwolle) können sich negativ auf Verfügbarkeit, Qualität und Kosten der G+D-Produkte und damit auf die Umsatz- beziehungsweise Ergebnissituation auswirken.

 

Bei der Auswahl externer Partner ist darauf zu achten, dass diese sich an interne Regularien, geltende Gesetze und Vorschriften halten sowie G+D-Kunden qualitativ hochwertige Produkte liefern. Nach Beendigung des Auftragsverhältnisses könnte es zu Rechtsstreitigkeiten kommen, in denen Ansprüche gegenüber G+D geltend gemacht werden könnten.

 

 

Produktionsrisiken

G+D bietet seinen Kunden hochwertige Produkte und Dienstleistungen. Zum Unternehmenserfolg tragen maßgeblich die Mitarbeiter bei. Es besteht das Risiko, dass infolge der demografischen Entwicklung offene Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden können. Durch Initiativen wie z. B. weltweite Hackathons und Think Tanks unterstreicht G+D seine Attraktivität als Arbeitgeber insbesondere bei Young Professionals. Begleitet werden diese Aktivitäten durch das ganzheitliche Talentmanagement, das Mitarbeiter langfristig an G+D bindet. Neben dem Personal ist auch die Auslastung der Produktionskapazitäten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Um stets produzieren zu können, müssen zusätzliche Produktionskapazitäten vorgehalten werden. Durch die Produktionsplanung und -steuerung versucht G+D, die optimale Auslastung der Maschinen sowie Back-up-Kapazitäten zu gewährleisten. Eine ineffektive Personalsteuerung oder ein Stillstand des Maschinenparks hätte schwerwiegende Folgen für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

 

Nicht mehr dem technischen Standard entsprechende oder veraltete Maschinen können zu einem Kapazitätsverlust in der Produktion führen, so dass die eingeplanten Mengen nicht oder nur teilweise produziert werden können. Projektverzögerungen oder eine verspätete Auslieferung der Produkte an Endkunden können die Folge sein. Sollte G+D Produkte zu spät liefern, können damit beispielsweise Vertragsstrafen aufgrund der Nichteinhaltung der Lieferfristen entstehen. Rechtzeitige Ersatzinvestitionen sollen dies verhindern. Investitionen werden bei G+D zentral in den Unternehmensbereichen gesteuert und vom Projektcontrolling eng begleitet.

 

Auch gesetzliche Anforderungen können Einfluss auf die Produktion haben, wenn zum Beispiel Emissionsgrenzwerte stärker reglementiert werden. Umweltaspekte nehmen in Unternehmen eine immer größere Rolle ein. G+D versucht derartigen Risiken durch Umweltmanagement und das Konzept der Corporate Responsibility (CR) entgegenzuwirken. Getroffene Maßnahmen sind auf den Seiten 26 bis 29 im Jahresbericht zu finden.

 

Nicht erkannte Mängel und Qualitätsprobleme bzw. Verzögerungen bei der Einführung von neuen Produkten könnten für G+D zu höheren Kosten führen und sowohl die Nachfrage nach Produkten sowie den Ruf des Unternehmens beeinträchtigen. Um dem entgegenzuwirken, ist eine kontinuierliche, effiziente Weiterentwicklung und kundenorientierte Ausrichtung des Qualitätsmanagementsystems unerlässlich. Insbesondere im Rahmen der Produktentstehung sind frühzeitig implementierte Präventivmaßnahmen entscheidend, um die zugesicherte Produktqualität zu erreichen und damit erhebliche Folgekosten in der späteren Vermarktungsphase zu vermeiden. Die Grundeinstellung „Qualität geht uns alle an“ wird Realität, wenn Abläufe, abgestimmte Schnittstellen und eine eindeutige Zuordnung von Aufgaben und Verantwortung klar beschrieben und kommuniziert werden. Dafür müssen alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genau darüber Bescheid wissen, welchen Beitrag sie an ihrem Arbeitsplatz dazu leisten können.

 

Durch Ablösung bestehender Produkte in einer Region könnten gelagerte Ersatzteile nicht mehr verwendet werden. G+D begegnet diesem Risiko durch periodische Überarbeitung der Auslauf- und Absatzplanung. Darüber hinaus werden die Lagermaterialien regelmäßig im Rahmen der Abschlusserstellung einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

 

 

Risiken im politischen Umfeld

Politische Unsicherheiten im Mittleren Osten bestimmen das aktuelle Geschehen. Verträge mit Kunden aus diesen Regionen könnten einer extremen Entwicklung unterliegen, so dass der Erfüllung beiderseits vertraglich vereinbarter Pflichten aufgrund von höherer Gewalt oder Engpässen nicht nachgekommen wird.

 

G+D begegnet diesen Risiken durch eine fortlaufende Beobachtung der konjunkturellen und politischen Entwicklung in wesentlichen Absatzmärkten. Hier kommt G+D die stark regional ausgerichtete Vertriebsorganisation zugute. Produktion und Investitionen werden zentral gesteuert, so dass auf eine etwaige Konjunkturabschwächung schnell reagiert werden kann.

 

 

Steuerrisiken

Die Geschäftstätigkeit von G+D ist den für internationale Geschäfte üblichen Risiken unterworfen. Dazu zählen zum Beispiel das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Steuersysteme, mögliche steuerliche Hindernisse, die den Geschäftsverkehr erschweren, sowie Im- und Exportregelungen. Konzerninterne Verrechnungen könnten von Finanzbehörden in Frage gestellt werden, was langwierige Verhandlungen und umfangreiche Dokumentationspflichten nach sich zieht.

 

G+D wirkt diesen Risiken entgegen, indem interne Prozesse kontinuierlich an die aktuellen Anforderungen angepasst werden. Zudem nimmt das Unternehmen die Beratung von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Anwalts- und Steuerkanzleien in den jeweiligen Ländern in Anspruch.

 

Aus der Abspaltung und Gründung von rechtlich selbständigen Landesgesellschaften im Zuge der Einführung der Holdingstruktur haben sich die potenziellen Risiken erhöht. Wo möglich, wurde die Risikoposition durch das Einholen verbindlicher Auskünfte bei den zuständigen lokalen Steuerbehörden weitestgehend mitigiert.

 

 

3.4.3. Operative Chancen

 

Aufgrund des dynamischen Marktumfelds eröffnen sich ständig neue Chancen. Das breite vertikale und horizontale Produkt- und Lösungsportfolio des Gesamtkonzerns wirkt risikodiversifizierend und erlaubt es, diese Marktchancen wahrzunehmen.

 

Im dynamischen Marktumfeld von G+D kann es gelegentlich vorkommen, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Sofern der Kunde Insolvenz angemeldet hat, müssen diese Forderungen in der Buchhaltung wertberichtigt werden. Im Jahresabschluss 2018 sind 9,0 Mio. EUR an wertberichtigten Kundenforderungen enthalten. Sollte es dem Kunden wider Erwarten möglich sein, die ausstehenden Forderungen dennoch zu begleichen, so könnten die Wertberichtigungen aufgelöst werden. Dies hätte einen positiven Effekt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in entsprechender Höhe.

 

In folgenden Feldern sieht G+D Chancen, die schwer zu quantifizieren sind:

 

G+D ist technologisch führend in den Bereichen Bezahlen, Konnektivität, Identitäten und Digitale Sicherheit, die alle ein großes Marktpotenzial besitzen. Falls diese Trends in der Industrie, im öffentlichen Sektor oder im Privatbereich kurzfristig an Bedeutung gewinnen und Veränderungsprozesse schneller einsetzen, könnten Chancen für Lösungsangebote von G+D entstehen. Zusätzliches Umsatz- und Ergebniswachstum könnte die Folge sein.

 

G+D hält in einem dynamischen Marktumfeld die Balance zwischen der effizienten Bedienung der heutigen Kundenbedürfnisse und den Investitionen in zukunftsträchtige Produkte und Lösungen. Sollte die vertikale und horizontale Ausdehnung der Wertschöpfung schneller und in höherem Maße gelingen als bisher angenommen und sollte das Bewusstsein für mehr Sicherheit in der digitalen Welt zu einer stärkeren Nachfrage nach Sicherheitstechnologie führen als bisher angenommen, könnte dies dazu führen, dass neue und verbesserte Produkte schneller nachgefragt werden. Daraus könnte sich ein positiver Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ergeben, der die Anhebung der bisherigen Prognose ermöglicht.

 

Letztlich könnten auch gesetzliche Anforderungen für eine Umsatz- und Ergebniserhöhung sorgen. Sofern Gesetze erlassen werden, die zum Beispiel eine bestimmte Technologie vorschreiben, an deren Entwicklung G+D partizipiert beziehungsweise die in Produkten enthalten ist, könnte dies zu einer Anhebung interner Prognosen führen.

 

Insgesamt stehen sich Chancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis gegenüber.

 

 

3.4.4. Großprojekte

 

G+D verantwortet derzeit mehrere Großprojekte mit hohem Umsatzpotenzial und langjährigen Laufzeiten. Diese Projekte weisen eine erhöhte Risikostruktur auf, die in den Business Cases mit entsprechenden Aufschlägen berücksichtigt sind.

 

Für die Betreuung der Großprojekte wurden ein enges Projektmanagement sowie dediziertes Projektcontrolling aufgesetzt. Durch kontinuierliches Risikomanagement können die Risiken der Großprojekte erfolgreich gesteuert werden.

 

 

4. Prognose

 

G+D hat 2018 wesentliche Großprojekte in Ägypten, Bangladesch und Uganda mit mehrjährigen Laufzeiten gewonnen. Damit hat sich der Auftragsbestand auf den Rekordwert von 1,7 Mrd. EUR erhöht.

 

Das Umsatzwachstum des Jahres 2018 war einmalig durch die Erstanwendung des IFRS 15 positiv beeinflusst. Deshalb plant G+D für 2019 einen Umsatz auf Vorjahresniveau, falls keine wesentlichen Wechselkursveränderungen sowie politisch motivierte Marktzugangsbeschränkungen auftreten.

 

Der Bereich Currency Technology soll das hohe Umsatzniveau weiter ausbauen. Wachstumspotenziale liegen nach wie vor im Projektgeschäft, im Anlagenbau und dem Markt für Banknotenbearbeitungsmaschinen. Der Bedarf an Digitalisierungslösungen im Bargeldkreislauf wird weiter an Momentum gewinnen und einen weiteren positiven Beitrag zum Umsatzwachstum liefern. Wegen des anhaltenden hohen Wettbewerbdrucks sowie des geänderten Produktmixes erwartet der Bereich ein leicht sinkendes EBIT.

 

Der Unternehmensbereich Mobile Security wird sich stärker auf attraktive Märkte fokussieren. Ein Umsatzrückgang mit physischen SIM-Karten wird dabei in Kauf genommen. Im Gegenzug erwartet der Bereich 2019 steigende Umsätze aus dem Lösungs- und Servicegeschäft. In Summe wird der Umsatz jedoch zurückgehen. Durch eine verbesserte Profitabilität sowie das Entfallen der Kosten für Produktionsverlagerungen soll das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht steigen.

 

Durch den hohen Auftragsbestand hat sich Veridos eine gute Basis für weiteres Umsatzwachstum gelegt. Für 2019 erwartet der Bereich ein deutliches Plus. Mit dem Anstieg des Umsatzes soll der Bereich ebenfalls das Ergebnis leicht verbessern.

 

Nach dem Rekordjahr 2018 wird bei secunet 2019 ein moderates Umsatzwachstum erwartet. Das Ergebnis soll auf dem Vorjahresniveau liegen. Neben den IT-Sicherheitslösungen für Kunden im öffentlichen Sektor und für die Absicherung kritischer Infrastruktur kann secunet mit dem vom BSI zertifizierten Health Konnektor nun ebenfalls den sicheren Datenaustausch im Gesundheitswesen gewährleisten.

 

Die Ergebnisgrößen EBIT und EBITDA werden für G+D in Summe über dem Niveau von 2018 erwartet.

 

Die Working-Capital-Intensität soll 2019 auf dem Niveau des Berichtsjahres liegen.

 

Nach der verhaltenen Investitionstätigkeit in den vergangenen Jahren ist diese bereits 2018 angestiegen. Dieser Trend wird sich auch 2019 fortsetzen. Zudem sollen die Investitionen die Abschreibungen deutlich übersteigen.

 

Der hohe Bestand an erhaltenen Anzahlungen zum Stichtag 31.12.2018 steht in direktem Zusammenhang mit Großprojekten und hat den Free Cashflow äußerst positiv beeinflusst. Ein Teil dieser Mittel wird 2019 an Lieferanten weitergereicht. Der Free Cashflow soll auch 2019 positiv sein und wird wegen des beschriebenen Sondereffekts unter dem Vorjahreswert liegen.

 

G+D wird 2019 gezielt in Wachstumsmärkten Mitarbeiter aufbauen, so dass insgesamt ein Zuwachs in der Belegschaft erwartet wird.

 

Der ROCE wird auf dem Niveau von 2018 erwartet.

 

Es wird darauf hingewiesen, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. Die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 16 werden 2019 Finanzkennziffern beeinflussen. Diese Effekte wurden bislang nicht in der Planung abgebildet.

 

 

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